Sie machen sich breit, sie sind auf einmal da (und niemand weiß, wie es eigentlich dazu kam) oder sie wurden offiziell eingesetzt: Die FachkoordinatorInnen (FAKOs)! 

FAKOs als Informationsdrehscheibe, InitiatorInnen von Kooperations- und Organisations-aufgaben, AnsprechpartnerInnen, MediatorInnen?

Mancher/manche mag meinen, es sei gar nicht schlecht, wenn jemand aus der Fachgruppe koordiniert und Informationen weitergibt.

Genauso wie wir uns schon an die ständig wiederholte Forderung gewöhnt haben, dass Schulleistungen vergleichbar und daher tandardisiert sein sollen.

Ja, warum denn eigentlich?

Wozu ist die Schule da? Sie vermittelt Wissen und Bildung.

Sie unterstützt SchülerInnen dabei, ihre geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähig-keiten zu erweitern.

Bildung ist die Fähigkeit der Menschen, ihre Umwelt und ihr Verhalten zu reflektieren, ihr Wissen (und das werden sie zu einem Teil aus der Schule haben) verantwortungsvoll einzusetzen.

Das Vermitteln dieser Bildung lässt sich nicht standardisieren, das Ergebnis nicht direkt und umfassend messen.

Denn Bildung in diesem Sinn erfordert gerade Denken  außerhalb der vorgegebenen Bahnen, Entwickeln eigener, nicht standardisierter Lösungen.
Um diese Bildung zu vermitteln, braucht die Schule motivierte LehrerInnen, die in Klassen mit weniger SchülerInnen unterrichten und ausreichend Ressourcen zur Verfügung haben.

 

Wozu aber brauchen wir Standards?
Standards sind dann sinnvoll, wenn Bildung als direkt verwertbare Investition verstanden wird, wenn SchülerInnen zur „Humanressource“ gezüchtet werden sollen, die im inter-nationalen Standortwettkampf eine wesentliche Rolle spielt.

Standards sind dann sinnvoll, wenn die Bildungsaufgabe nicht mehr von öffentlichen Schulen, sondern von privaten Instituten übernommen wird, die miteinander konkurrieren. Sie müssen etwas vorweisen, damit die zu „Kunden“ mutierten SchülerInnen und Eltern sich für sie entscheiden.

Standards dienen nicht der Hebung der Unterrichtsqualität, sondern  als Mittel zur Implantierung eines Konkurrenzsystems.
Standards dienen nicht der qualitativen Verbesserung des Unterricht, sondern der "fleißigen" Entleerung des Unterrichts und der Überprüfung und schließlich objektivierten "Selektion" sowohl des "Schülermaterials" und des  „Lehrermaterials“.

Standards wecken Hoffnungen, können sie aber nicht erfüllen!
Wann wird eigentlich über Inhalte und wirklich interessanten Unterricht gesprochen?

Wozu aber brauchen wir FAKOs?

Damit LehrerInnen dazu „motiviert“ werden, ihren Unterricht zu standardisieren, müssen sie „angeleitet“ und kontrolliert werden. Für diese Aufgabe soll eine mittlere Führungsebene geschaffen werden.

 

Karrierefreudige Kräfte, aber auch junge KollegInnen, die sich gegen diese Zumutung nicht zur Wehr setzen können, sollen Direktion und InspektorInnen bei deren Kontrolltätigkeit unterstützen und „Widerspenstige“ denunzieren.

Es ist sehr gefährlich sich darauf einzulassen, „faule“ und „unfähige“ KollegInnen an die Kandare nehmen zu wollen. Die Keule der Schulreform trifft uns alle, wenn die Maschinerie der Konkurrenz in Schwung ist!

 

Bildungsstandards und FAKOs – beide sind nötig, wenn Bildung ausschließlich unter der Verwertbarkeitsprämisse für die Wirtschaft gesehen wird.Sie sind nötig, wenn die Schule  (wie  alle anderen Bereiche der Gesellschaft) möglichst umfassend kontrollierbar sein soll.  

Bildungsstandards und FAKOs – beide bringen keine Verbesserung der Bildung für SchülerInnen, die selbstverantwortlich ihr Leben gestalten können sollen!
In Lehrplänen sollten die erforderlichen Kernkompetenzen konkret, griffig und realistisch formuliert werden!

 

Koordination im Sinne sinnvoller Zusammenarbeit braucht keinen installierten FAKO!
Wir fordern eine Werteinheit für Koordinationssitzungen für jeden Teilnehmenden/jede Teilnehmende!

Wir fordern weniger SchülerInnen pro Klasse, Methodenfreiheit und ausreichend Ressourcen! 

 

Wir rufen  Kolleginnen und Kollegen auf, Widerstand zu leisten:

Legt das Amt als FAKO zurück!

Unterstützt nicht die Bestellung von FAKOs in Eurer Fachgruppe!

Der Widerstand von Einzelnen setzt ein Zeichen!

 

 Wir können aber nur gemeinsam die umfassende Zerstörung des öffentlichen Bildungswesens verhindern!