Mitte November 2015 wurde der Startschuss für die Bildungsreform gegeben. Dabei geht es um die Neuorganisation des Schulsystems und  um die Weiterentwicklung pädagogischer Inhalte.

Wir halten die bisherige Aufteilung der Personal- und Finanzierungskompetenz zwischen Bund und Ländern nicht für sinnvoll. Doppelgleisigkeiten führen zu Mehrkosten und Intransparenz.

Alle Aufgaben der Schulverwaltung gehören in die Kompetenz des Bildungsministeriums!  

Die Weiterentwicklung der pädagogischen Inhalte ist wirklich überfällig – in den letzten Jahren wurde fast ausschließlich über die Leistungsmessung und ihre Objektivierbarkeit geredet.

Hauptaufgabe der Schule ist die Vermittlung von Wissen und Bildung, die Befähigung der SchülerInnen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Es kann nicht Hauptaufgabe der Schule sein, Fähigkeiten und Lernerfolge von SchülerInnen auf messbare Ergebnisse zu reduzieren und zu erfassen!

Beschäftigen wir uns mit Lehrinhalten und Unterrichtsmethoden, statt unsere Energie im Standardisierungswahn aufzubrauchen!

 

Ein Punkt der Bildungsreform soll eine stärkere personelle, finanzielle und pädagogischeAutonomie der Schule sein.

 

Personelle Autonomie? Schon jetzt bestimmt die Direktion weitgehend, welche LehrerInnen an der Schule unterrichten. Wenn sie ein allein über die Anstellung und Beschäftigung von LehrerInnen entscheidet, entsteht großer Anpassungsdruck für LehrerInnen.

Personalhoheit gehört ins Bildungsministerium.

 

Finanzielle Autonomie? Kann dann die Schule entscheiden, ob sie ausreichend heizt oder die Klassen  neu ausmalt oder neue Regale kauft? Sind Schulen mit Kindern  aus wohlsituierten Familien besser ausgestattet, weil die Eltern zusätzliches Geld beisteuern? Suchen Schulen Sponsoren und nehmen auf diese bei der Festlegung der Lehrinhalte Rücksicht? Wir meinen, der Bund sollte alle Schule mit allem Notwendigen ausstatten.

Finanzhoheit gehört ins Bildungsministerium!

 

Pädagogische Autonomie – was heißt das? Die Entscheidung über Lehrinhalte ist außer-ordentlich bedeutsam und sie ist eine politische Entscheidung, die Verantwortung dafür können nur demokratisch gewählte Personen tragen.

Die Entscheidung über Lehrinhalte gehört ins Bildungsministerium!

 

Barbara Nowikow